Überschrift für den Tag: Warum ich „Die Losungen“ lese

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Was sind eigentlich die Losungen?

Dies Frage beantwortet die Homepage der Losungen (http://www.losungen.de/die-losungen/) auf diese Weise: „Die Losungen sind ein Andachtsbuch, das für jeden Tag des Jahres zwei Bibelverse enthält: die Losung aus dem Alten Testament und den Lehrtext aus dem Neuen Testament. Ergänzt werden die beiden Texte durch einen Liedvers oder ein Gebet. Die alttestamentliche Losung wird ausgelost, die anderen Texte thematisch passend dazu ausgesucht.“

Es sind also normalerweise 2-3 Verse aus dem Alten und dem Neuen Testament, die thematisch aufeinander abgestimmt sind. Dazu kommt noch ein Liedvers, Gebet oder Gedicht. Es beschränkt sich also meisten auf eine halbe DIN A5 Seite. Also nicht viel zu lesen.

Das bringt uns zum nächsten Punkt.

Was sind die Vorteile die Losungen zu lesen?

Eines der großen Vorteile ist die Kürze (in der Kürze liegt die Würze). Oft fällt es schwer sich hinzusetzen und mehrere Seiten am Stück zu lesen. Da tut so eine kleine Auffrischung zwischendurch auch mal richtig gut. Obwohl in der Kürze die Würze liegt, ist diese nicht nur positiv aufzufassen. Dazu gleich noch mehr.

Jetzt erst einmal ein anderer Vorteil. Die Losungen erscheint in über 50 Sprachen und wird weltweit von vielen Christen gelesen. „Sie verbinden heute Christen in der ganzen Welt“ (aus dem Videoclip der Homepage). Sie verbindet aber nicht nur Christen auf der ganzen Welt, sondern gibt auch eine gemeinsame Lektüre in unseren Gemeinden. Viele lesen die Losungen oder habe diese zu Hause, so dass man immer mal ins Gespräch über die Worte kommen kann.

Übrigens sind die Kosten für eine Anschaffung auch sehr gering (zwischen 4-10 €).

Nun zu den Spannungsfeldern

Was sind die Spannungsfelder der Losungen?

Gerade haben wir gesehen, dass in der Kürze die Würze liegt. Aber das ist auch ein Nachteil. Denn wir lesen ja meistens nur einen Vers aus einem Testament. Das heißt, die Verse können gar nicht unbedingt in ihrem Kontext verstanden werden. Dessen ist man sich auch bewusst: „Die Losungen sind ein Weg, Gottes Wort in unseren Alltag kommen zu lassen. Sie können ein erster Schritt sein, die Bibel in ihrer ganzen Breite und Tiefe kennen zu lernen“ (von der Homepage).

Wichtig ist hier: „Sie können ein erster Schritt sein.“ Ja, sie können nur ein erster Schritt sein. Denn um aus den Quellen der Bibel „in ihrer ganzen Breite und Tiefe“ zu schöpfen benötigt es mehr als ein Teelöffel (hier ein Vers, da ein Vers). Am besten ist es Verse in ihrem Kontext zu lesen; d.h., den ganzen Absatz. Am besten ist ein Absatz in seinem Kontext zu lesen; d.h. in seinem Kapitel. Und so weiter.

Die Spannungsfelder liegen also darin nur Ausschnitte eines ganzen zu sehen und dann auch noch evtl. den Ausschnitt miss zu verstehen, da man das Ganze nicht im Blick hat.

Aber warum lese ich dann doch gerne die Losungen?

Warum ich die Losungen lese und wie ich sie verstehe

Zu einem lese ich gerne in der Losung, da ich mir so der weltweiten Gemeinde bewusst werde. Christen auf der ganzen Welt lesen heute den gleichen Text. Das ermutigt mich irgendwie und gibt mir ein Gefühl zu etwas Größerem als nur mein bescheidenes Individuum und unserer Gemeinde zu gehören. Weltweit folgen Männer und Frauen diesem Mann aus Nazareth – dem Sohn Gottes.

Ein weiterer persönlicher Vorteil ist die Erscheinung der Losung in den „Ursprachen“ (Hebräisch und Griechisch). Das heißt, ich habe die Chance meine Sprachkenntnisse ein wenig aufrechtzuerhalten und hier und da zu nutzen. Dieser Vorteil ist natürlich nicht allen vergönnt und mir wird zum Nachteil, dass aus Platzgründen der Liedvers, das Gebet oder das Gedicht gänzlich entfällt.

Ich lese die Losungen, weil sie für mich eine Art „Überschrift für den Tag“ direkt aus Gottes Wort geben. Ein Beispiel aus der heutigen Losung (22. November 2016):

So wie Jerusalem von schützenden Bergen umgeben ist, so umgibt der Herr sein Volk, jetzt und für alle Zeit. (Psalm 125,2)

Und vom Thron her hörte ich eine mächtige Stimme rufen: »Seht, die Wohnung Gottes ist jetzt bei den Menschen! Gott wird in ihrer Mitte wohnen; sie werden sein Volk sein – ein Volk aus vielen Völkern, und er selbst, ihr Gott, wird ´immer` bei ihnen sein. (Offenbarung 21,3)

Die Überschrift für meinen heutigen Tag ist: Gott mit uns!

Wenn Gottes Herrlichkeit erfüllt – Gedanken zu Exodus 40,34-38

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Heute las ich weiter im 2. Buch Mose (auch Exodus) genannt und da kam ich zum Ende des Buches und las folgende Worte:

Als Mose das Werk vollendet hatte, bedeckte die Wolke das Zelt Gottes und die Herrlichkeit des Herrn erfüllte es. Mose konnte das Zelt Gottes nicht mehr betreten, weil die Wolke sich darauf herabgesenkt und das Zelt Gottes mit der Herrlichkeit des Herrn erfüllt hatte. Jedes Mal, wenn die Wolke sich vom Zelt Gottes erhob, brachen die Israeliten auf. Erhob die Wolke sich jedoch nicht, blieben auch sie, wo sie waren, bis die Wolke sich wieder erhob. Während ihrer ganzen Wanderung ruhte die Wolke des Herrn tagsüber auf dem Zelt Gottes. In der Nacht war Feuer in der Wolke, das alle Israeliten sehen konnten.

Das hat mich echt angesprochen. Dazu gleich mehr. Zu aller erst muss ich noch etwas Anderes hinzufügen. In den ganzen Kapiteln zuvor und auch in diesem heißt es immer wieder und „X“ machte es so „wie der Herr es befohlen hatte“. Das ist stark und fordert meinen Weg mit Jesus heraus. Mache ich immer alles so „wie der Herr es befohlen hatte“? Nein. Aber, das ist mein Herzenswunsch. Und nicht nur meiner, sondern auch der von Gott selbst. Deshalb gibt er uns, die an ihn glauben, den Heiligen Geist, dass wir alles so gestalten können „wie der Herr es befohlen hatte“ – es ist sein Herzenswunsch.

Zurück zu dem Gesagten im 2. Buch Mose. Wir befinden uns hier am Ende des Buches und auch am Ende des Aufbaus der Begegnungsstätte mit Gott (auch „Zelt der Begegnung“ oder „Stiftshütte“ genannt). Also der Ort, wo der Mensch Gott begegnet. Oder besser: Gott dem Menschen.

Als alles fertiggestellt ist, kommt der Herr mit seiner Herrlichkeit (ähnliches kann man auch in 1. Könige 8 – der Einweihung des Tempels – finden) und erfüllt die Wohnung. Gott such die Nähe zu seinen Geschöpfen. Aber wir lesen, dass Mose das Zelt nicht betreten konnte. Lag das eventuell an seiner Sündhaftigkeit? Als Gott mit seiner Herrlichkeit kommt, ist es Mose nicht möglich zu bestehen. Er muss draußen bleiben.

Später in der Geschichte (viel später) erscheint uns Gott in seinem Sohn – Jesus. Einer hielt das so fest: „Er, der das Wort ist, wurde ein Mensch von Fleisch und Blut und lebte unter uns [wörtlich: er zeltete unter uns … also eine Anlehnung an die Stiftshütte]. Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit voller Gnade und Wahrheit, wie nur er als der einzige Sohn sie besitzt, er, der vom Vater kommt“ (Johannes 1,14). Gott kommt in Jesus zu uns. Er begibt sich auf den Weg um uns an seiner Herrlichkeit teilhaben zu lassen. Jesus gab sein Leben für uns, dass wir nun in Gottes Nähe kommen dürfen. Der Vorhang im Tempel ist zerrissen (Matthäus 27,51) und ein Weg in Gottes Gegenwart ist gebahnt.

Jesus ist für unsere Sünden (Gedanken, Gefühle, Handlungen die sich gegen unsere Mitmenschen und Gott richten) gestorben. Aber das ist nicht das Ende der Geschichte. Er ist am dritten Tag auferstanden, kehrte zu seinem Vater zurück und regiert nun auf seinem Thron. Jesus ist Herr!

Und so wie das Volk aufbrach, wenn die Wolke aufbrach, so will auch ich aufbrechen, wenn Jesus es mir sagt. Und so wie das Volk blieb, wenn die Wolke sich nicht erhob, so will auch ich nicht aufbrechen, wenn Jesus es so will. Ich möchte mein Leben voll und ganz ihm hingeben und nach seinem Willen handeln.

A Prayer for My Son / A Letter to Him – Timothy Lukas Turned Eight

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Dear Timothy,

What a great day we had celebrating your birthday. Looking at the pictures we took, I can see great joy in your eyes. How I love to see you being joyful and having fun; engaging all the adventures.

Yet, there is always time to rest and contemplate. This is one of your strong sides. You are amazingly thoughtful and have strong capacities to work with your mind. May God strengthen His gifts for you, so that you might use whatever He has in store for you for His glory.

This year will be a big step for all of us as we are going to move to Peru. May God give you the strength and the openness to new adventures, new friends, a new home.

I pray that you will keep enriching our lives and that you see His beauty more and more.

I love you. Thank you God for my not so little one anymore!

In Christ. AMEN.

Volles Menschsein

Im letzten Blogpost habe ich folgenden steilen Satz des jetzigen Papstes gebracht:

Unser volles Menschsein erreichen wir, wenn wir mehr als nur menschlich sind, wenn wir Gott erlauben, uns über uns selbst hinaus zu führen, damit wir zu unserem eigentlichen Sein gelangen. (Evangelii Gaudium)

Die Fragen die sich hier recht natürlich auftun, sind die des Sinns vom Sein und Wesen des Menschen. Was bedeutet es Mensch zu sein. In dem Zitat wird davon gesprochen „mehr als nur menschlich“ zu sein. Man kann das so verfassen, aber ich denke das schießt etwas über das Ziel hinaus.

Was ist, wenn es nicht darum geht „mehr als nur menschlich“ zu sein? Was ist, wenn es darum geht wirklich Mensch zu sein? Das heißt, so zu leben wie es dem Original entspricht.

Wenn man nun vom biblischen Weltbild ausgeht, ist der Mensch (und zwar jeder Mensch) im Ebenbild Gottes (imago dei) geschaffen. Viele Erklärungs- und Deutungsversuche wurden schon unternommen um den genauen Inhalt dieses Begriffs zu fassen. Für die Gedanken hier reicht es jedoch davon auszugehen das imago dei darauf hinzudeuten, dass wir als soziale Wesen erschaffen wurden. Wir suchen und brauchen Gemeinschaft. Zu unseren Mitmenschen, aber auch zu unserem Schöpfer – dem dreieinen Gott (Vater, Sohn und Heiliger Geist).

Es gilt also nicht „mehr als nur menschlich zu sein“, sondern Mensch zu sein. So wie Gott uns geschaffen hat. Wir leben in und von Beziehungen und so ist es auch im christlichen Sinne mit unserem Verhältnis zu Gott. Dem Gott, der uns in Jesus, seinem Sohn, ganz nahe gekommen ist. Da Gott Quelle und Ursprung wahren Lebens ist, kannst Du und ich auch nur wahrlich leben, wenn wir in einer rechten Beziehung zu IHM leben.

Um in den Worten des Papstes zu bleiben: unser volles Menschsein erreichen wir also nur dann, wenn wir uns in die liebende Beziehung zum Vater vom Sohn mit hinein nehmen lassen.

Papa Francesco – Evangelii Gaudium

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In meiner Zeit der Vorbereitung (Missionar in Vorbereitung) bei der DMG (Damit Menschen Gott begegnen) haben wir neuen Missionare die Aufgabe bekommen das apostolische Schreiben des Papstes zu lesen … 251 Seiten (A5).

In diesem kurzen Blogeintrag wollte ich nur einen  These aus dem Dokument zitieren:

“Unser volles Menschsein erreichen wir, wenn wir mehr als nur menschlich sind, wenn wir Gott erlauben, uns über uns selbst hinaus zu führen, damit wir zu unserem eigentlichen Sein gelangen”

Diesen Satz finde ich stark. Das heißt nicht, dass ich das ganze Dokument positive bewerte (dazu mehr in den kommenden Wochen…).

Was bedeutet es Mensch zu sein? Was ist unser “eigentliches Sein”?

Fragen, die nach Antworten verlangen.

To be continued …

 

Übrigens ist das Dokument hier einsehbar: https://w2.vatican.va/content/francesco/de/apost_exhortations/documents/papa-francesco_esortazione-ap_20131124_evangelii-gaudium.html

A Prayer for My Son / A Letter to Him – Jason Esra Turned Five

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Dear Jason,

My precious little one. You have been developing quite a bit in the last year. Yet, you still are very much adventurous and diligent to discover new exciting opportunities to play and develop your character.

You also still kept your joy and may God be gracious to continue that in your and our lives. It is a thrill to watch you play and live.

God who is gracious to give above and beyond may grant you seeing Him and the paths He has for you.

In Christ, Amen.

Papa

A Prayer for My Son / A Letter to Him – Joel Caleb Turned Nine

Joel

Joel Caleb, it is always exciting to see you growing up. Man, 9 years old now. How did that happen?

Your openness to new situations has not changed, but I can see that you are thinking more and more about the implications of moving to another country, to another continent. I am thankful that God will guide you (and us!) through that process.

You have a lot of passions and I am thrilled to see you read, create your own stories, play football/soccer, and having good times with your friends. May your curiosity and gentleness increase.

God with you my “little” boy!

We love you.

In Christ,
AMEN

Gedanken zur Gerechtigkeit

„Gerechtigkeit, Gerechtigkeit – ihr sollst du nachjagen, damit du Leben hast….“ (5. Mose 16,20)

„Strebe unermüdlich nach Gerechtigkeit, Frömmigkeit, Glauben, Liebe, Standhaftigkeit und Sanftmut.“ (1. Timotheus 6,11)

Ach Gerechtigkeit. Streben wir nicht alle danach? Wer Kinder hat, weiß um den täglichen (stündlichen, minütlichen) Ausspruch: „Das ist aber ungerecht!“ Wir alle, oder zumindest die meisten, haben ein Verlangen nach Gerechtigkeit. Erst recht, wenn wir zu Unrecht Unrecht erleiden.

Hierzu braucht man nur kurz an die letzte Autofahrt oder das letzte Streitgespräch mit dem Ehepartner zurückdenken. Wenn ich etwas mache oder sage, ist das immer richtig. Wenn der andere jedoch dasselbe tut, kann das durchaus falsch sein. Ich habe immer einen guten Grund für das, was ich tue. Und, ich habe immer Recht (meine Frau weiß das schon…).

Dieses Verlangen nach Gerechtigkeit haben wir übrigens auch bei Filmen. Die meisten mögen kein Ende, in dem das „Böse“ siegt. Das wäre ja ungerecht. Noch „schlimmer“ sind vielleicht Filme, die mit einem offenen Ende die Geschichte abschließen. Irgendwie ist das nicht befriedigend. Zu einem möchte man wissen wie es ausgeht. Und zum anderen möchte man, dass es gut ausgeht. Ein Verlangen nach Gerechtigkeit.

In den beiden zitierten Versen geht es in der heutigen Losung (29.01.2016) primär hierum; zumindest möchte ich meine Gedanken hierauf beschränken. Der Duden definiert Gerechtigkeit folgendermaßen: „Prinzip eines staatlichen oder gesellschaftlichen Verhaltens, das jedem gleichermaßen sein Recht gewährt.“ In der Bibel kommt das Wort Gerechtigkeit häufig vor und es ist nicht mein Ziel hier alles aufzuzeigen. Vielmehr geht es mir darum zu sehen wie Gerechtigkeit in dem Kontext der beiden Verse verwendet wird.

Wir lesen im Kontext von 5. Mose 16, dass es hier um richterliche Angelegenheiten gibt. Richter sollen gerecht sein und nicht vom Ansehen einer Person beeinflusst werden. Hier ist aber noch ein weiterer Punkt genannt: Richter sollen keine Bestechung annehmen. Das würde ihr Urteilsvermögen (die Rechtsprechung) ebenfalls erschweren bzw. verfälschen.

Auch der Kontext von 1. Timotheus 6 hat mit Geld zu tun. Paulus warnt seinen Schüler über die Versuchung des Reich-werden-wollens. Hier ist man versucht über Leichen zu gehen. Nun gut, vielleicht sind die meisten von uns nicht bereit zu töten. Aber Kompromisse (ethische Leichen) einzugehen, bei denen wir wissen im Unrecht zu sein, sind da schon eher wahrscheinlich. Und hierzu schreibt Paulus, dass die Wurzel allen Übels die Liebe zum Geld ist (Vers 10). Das Geld per se ist nicht das Problem, sondern die Liebe zum Geld (Habgier): „Das muss ich haben, egal was es kosten mag [ethisch oder auch finanziell]!“ Wir aber, die wir Jesus nachfolgen, sind dazu herausgefordert Recht walten zu lassen, Gerechtigkeit zu leben, gerecht zu sein. Egal was es uns kostet. Wahres Leben in der Nachfolge pocht nicht auf das eigene Recht, sondern achtet auf das des Anderen.