Du bist wertvoll in Gottes Augen – andere aber auch! Gottes Mission zu dir und durch dich

In diesem post werde ich meine Predigt des letzten Sonntages schriftlich niederlegen. Man kann sie auch hier hören.

PREDIGT:

Als meine Frau und ich nach ca. sieben Jahren aus Chicago zurückgingen, hat die Gemeinde vor Ort noch eine kleine Feier für uns eingerichtet um Abschied nehem zu können. Dort hatten auch einige die Chance sich bei mir und meiner Frau für den Dienst in der Gemeinde zu bedanken. Das hat echt gut getan!

Ich erzähle diese Geschichte jetzt nicht um mein Ego vor Euch aufzubauen, sondern um zu zeigen wie wichtig es ist anderen zu sagen, dass sie geschätzt werden und wertvoll sind. Das ist das Ziel meines heutigen Posts – Euch zu zeigen, dass ihr wertvoll seid. Aber eben nicht nur ihr, sondern auch die anderen.

Hierzu möchte ich mit einem Zitat aus C. S. Lewis Pardon, ich bin Christeinleiten:

In dem Moment, wo der Mensch ein Selbstbewusstsein hat, hat er auch die Möglichkeit, sich selbst an die erste Stelle zu setzen, der Mittelpunkt, ja, eigentlich Gott selbst sein zu wollen. Das war die Sünde Satans; und das war die Sünde, die er die Menschen lehrte…. Unseren Urahnen setzte Satan in den Kopf, sie könnten ‘sein wie Gott’; könnten sich unabhängig machen, als hätten sie sich selbst erschaffen; könnten ihr eigener Herr sein und getrennt und fern von Gott Glückseligkeit finden. Und aus diesem hoffnungslosen Unterfangen ging fast alles hervor, was wir die Geschichte der Menschheit nennen: Geld, Armut, Ehrgeiz, Krieg, Prostitution, Klassenherrschaft, Königreiche und Sklaverei, die ganze furchtbare Geschichte des Menschen, der etwas sucht, was ihn glücklich machen soll, aber Gott außer Acht lässt.

Der Mensch ist also auf der Suche nach dem was – oder „wer“ – ihn glücklich macht. Das Problem ist aber (wie C.S. Lewis hier zeigt), dass wir dies eben ohne Gott versuchen. Und wie die meisten von uns wissen kann solch ein Unterfangen nur scheitern. Denn wir sind von Gott erschaffen, um mit ihm und unter einander in Gemeinschaft zu leben.


In der heutigen Schriftlesung (Lukas 10,21-24) hören wir ja Jesus’ Gebet . Wenn wir jetzt noch ein paar Verse zurückgehen – also zu Vers 17 – und auch das ganze Kapitel 10 miteinbeziehen, können wir die Worte Jesus besser verstehen.


An dieser Stelle möchte ich nur ein paar highlights aus den vorherstehenden Versen skizzieren. Jesus beginnt ja ab Lk 9,51 seine Reise nach Jerusalem, in welcher er Opposition und eine scheinende Niederlage durch die Kreuzigung hinnehmen wird.

Ab 9,52 lehrt er über die Schwere und den Preis der Nachfolge. Nun initiert Jesus eine weitere Missionsarbeit, indem er 72 (oder 70 je nach Text) seiner Jünger aussendet. Er sendet sie voraus („der Herr … sandte sie je zwei und zwei [also als Team!] vor sich her in alle Städte und Orte, wohin er gehen wollte.“ [Verse1]).

Ich weiß nicht wie es euch geht, ob ihr auf eurer Arbeit, unter euren Freunden, oder auch in der Familie Menschen habt bei denen ihr euch inständig wünscht, dass sie Jesus als Herrn kennenlernen. Ich persönlich habe solche Menschen in meinem Leben und Vers 2 hat mich gelehrt, ganz neu und auch ganz anders für sie zu beten. Natürlich sollen wir für die Erretung unser Freunde, Familie, etc. beten, jedoch lehrt uns Jesus hier für Arbeiter zu beten. So bete ich, dass z.B. mein Bruder einen Christen kennenlernt, den Gott benutzt um ihm das Evangelium zu zeigen. Ich selbst schließe mich aus diesen Gebeten auch nicht aus. Wir sind ja die Arbeiter in dieser Ernte! Aber wie manche von Euch bestimmt wissen, ist das mit der Familie nicht immer so einfach…

Aber zurück zum Text. Jesus sendet also seine Jünger aus und diese sollen die Nähe des Reich Gottes verkündigen. Vers 9 „Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen“ => wo Jesus als König kommt, da ist das Reich Gottes.

Wir sehen schon in Vers 16 eine enge Verbindung zwischen den Jüngern zu Jesus und Jesus zu seinem Vater. Dort heißt es: „Wer euch hört, der hört mich, und wer euch verwirft, der verwirft mich; wer aber mich verwirft, der verwirft den, der mich gesandt hat.“ Wir sind nicht für die „Ergebnisse“ unserer Evangelisation verantwortlich – was für ein Glück! – wir sind verantwortlich treu Zeugnis zu geben von dem was wir mit Gott erleben und was er für uns getan hat.

Im Vers 18 steht der Erfolg der Jünger dem Fall Satans gleich. Jesus gibt ihnen eine himmlische Perspektive. Es sind nicht nur einzelne Dämonen, die ausgetrieben werden, sondern die Mission Gottes durch die Jünger zeigt jetzt schon den ultimativen Fall Satans (vgl. Garland, ZECNT, 428-29).

Und jetzt noch Vers 20 bevor wir zum eigentlichen Text kommen: „Doch nicht darüber freut euch, daß euch die Geister untertan sind; freut euch aber lieber darüber, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind.“ Nicht der Erfolg unserer Arbeit, sondern unsere Beziehung zu Gott ist ausschlaggebend für unsere Anbetung.

Vers 21-24

Der Ausdruck „frohlockt“ ist ja ziemlich altbacken und trifft auch nicht genau den Kern. Eine Übersetzung wie z.B. „jubelt“ (Elberfelder), „vor Freude zu jubeln“ (NGÜ) oder „himmelhoch jauchzend“ (Goethe – keine Bibelübersetzung…) [vielleicht ein OOOOOUWWWWW].

Gott gefiel es „kleinen Kindern“ seine Wahrheit kundzutun. Dies steht im starken Kontrast zu dem Verhalten der Jünger, die in 9,46-48 sich darum stritten, wer der Größte unter ihnen sei. Desweiteren schwimmt Jesus hier ganz stark gegen die damalige (und heutige!) Kultur, in der die gebildeten Pharisäer und Schriftgelehrte als oberste Schicht galten. Aber genau diesen wird Gottes Wille nicht kundgetan (siehe auch 1 Kor 1, 18-31).

Was meint Lukas hier mit „diese Dinge“? Es scheint, dass die Offenbarung Jesu als Sohn Gottes und seine Macht im Vordergrund stehen (siehe vv. 22-24). Seine Jünger (v.23) müssen nun jedoch anerkennen, dass sie kleine Kinder/Babies sind. Nicht aus ihrer eigenen Macht, sondern aus der Kraft Gottes und seines Sohnes können sie das tun zu dem sie berufen sind.

Jesus spricht in diesem Dankesgebet von Gott, dem Vater – also mit einem etwas intimeren Wort – aber er bezeichnet ihn auch als „Herr des Himmels und der Erde“. Er ist der Allmächtige Gott, der alles erschaffen hat und dem auch alles gehört. Hier in Vers 21 ist es Gott der Vater der als KYRIOS bezeichnet wird, doch wir werden gleich sehen, wie sich das auf Jesus auswirkt.

Es ist Gott, der verbirgt, und es ist Gott, der offenbart. Keiner kommt aus eigener Kraft zu Gott. Es ist Seine Gnade und Barmherzigkeit, die den Menschen zu Ihn ziehen.

Verse 21 is auf vier Ebenen ganz entscheidend (vgl. Bock, BECNT, 1011): 1) Er zeigt Gottes Souveränität in Schöpfung und Errettung; 2) hier sehen wir die intime Beziehung von Gott dem Vater und Jesus dem Sohn; 3) auch das Privileg der Jünger daran teilzuhaben kommt hier in den Vordergrund, und 4) letztendlich gebührt Gott die Ehre und unser Lobpreis an ihn soll niemals verklingen. Wir lesen in Psalm 103,1-4:

Lobe den Herrn, meine Seele, und alles, was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat! Der dir alle deine Sünden vergibt und heilt alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit.

Da bekommt man doch glatt die Lust das Lied anzustimmen, oder?

Eine Frage an Euch: „Wie fängt der Missionsbefehl laut Matt 28 eigentlich an?“ Genau: „Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden“ und erst dann kommt „So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen.“

Hier in Lukas finden wir ähnliches. „Alles“ ist Jesus vom Vater gegeben worden. Da nun nur der Vater weiß wer der Sohn ist und nur der Sohn wer der Vater ist, muss eine Offenbarung stattfinden. Es ist nun der Sohn der Offenbarung schenkt.

Zuvor sahen wir wie Gott als derjenige beschrieben wird der offenbart nun ist es der Sohn der gleiches tut. Was Lukas hier literarisch schafft ist es den Vater und den Sohn als KYRIOS gleichzusetzen.

Eine Parallele hierzu finden wir in 1 Kor 2,9-10: „wie geschrieben steht: »Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört und keinem Menschen ins Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben«. Uns aber hat es Gott geoffenbart durch seinen Geist; denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes.“

Einer, der es „noch gerade so geschafft hat“, war Simeon. Wir lesen in Lk 2,25-30:

Und siehe, es war ein Mensch namens Simeon in Jerusalem; und dieser Mensch war gerecht und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels; und der Heilige Geist war auf ihm. Und er hatte vom Heiligen Geist die Zusage empfangen, daß er den Tod nicht sehen werde, bevor er den Gesalbten [Messias oder auch Christos] des Herrn gesehen habe. Und er kam auf Antrieb des Geistes in den Tempel. Und als die Eltern das Kind Jesus hineinbrachten, um für ihn zu tun, was der Brauch des Gesetzes verlangte, da nahm er es auf seine Arme, lobte Gott und sprach: Nun, Herr, entläßt du deinen Knecht in Frieden nach deinem Wort! Denn meine Augen haben dein Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht zur Offenbarung für die Heiden und zur Verherrlichung deines Volkes Israel!

Wie glücklich konnte Simeon sich da schätzen. Geht es Dir denn auch noch sagen, dass Du „frohlockst“ also dich zutiefst freust und jubelst wenn Du an Jesus denkst und Du Dir dem Evangelium bewusst wirst?

Es kann doch durchaus sein, dass der Evangelist nicht nur die Augenzeugen, sondern auch uns, die wir mit Augen des Glaubens sehen, meint. Sehen muss also nicht im physikalischem Akt des Auges sein, sondern es beschreibt das Erkennen Jesus als Sohn Gottes, der einzige Weg zurück zum Vater und dass so Gottes Herrschaft bereits Wirklichkeit ist!

Glücklich sind wir!

Was sollen wir jetzt mit alle dem anfangen?

Wer ist dieser Jesus?

Jesus ist der einzige durch den wir zu Gott kommen können. Wenn wir wissen wollen wie Gott ist, welche Eigenschaften er hat, dann können – ja müssen! – wir auf Jesus blicken; sein Leben, sein Tod und seine Auferstehung. Alle Macht ist ihm gegeben und nur durch ihn und von ihm her können wir wahre Jünger sein und ein Leben leben das Gott gefällt.

Wir sind von Gott wertgeschätzt. Du bist wertvoll! Er hat Dich erkennen lassen wer Jesus ist. Und wir haben das Privileg uns von Gott benutzen zu lassen, diese Gute Nachricht von Jesus mit anderen zu teilen.

Mission

Ein Zitat von meinem ehemaligem Professor. Eckhard J.Schnabel schreibt in Sind Evangelikale Fundamentalisten?(S. 93):

„Das wichtigste Ziel der Verkündigung des Evangeliums ist nicht der Erfolg, sondern die Ehre Gottes. Die wichtigste ‘Methode’ ist nicht Effektivität, sondern Verständlichkeit. Das wichtigste Motiv des Evangelisten ist nicht die Wirkung der eigenen Worte, sondern die Liebe zum Zuhörer.“

Um nun noch einmal Bezug auf C.S. Lewis Kommentar am Anfang der Predigt zu nehmen. Wir können, sollen, müssen und dürfen den Menschen in unserer Umgebung helfen ihr wahres Glück zu finden. Ein Leben mit dem, der selbst wahres Leben ist und Freude im Überfluss gibt.

Amen!

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