„Gott will keine Gaben, Gott will Dich!“ – Predigt zu Römer 12,1-2

Die Predigt kann man auch hier hören.

Heute werden wir uns näher mit Römer 12,1-2 beschäftigen.

Die Themenreihe in unserer Gemeinde (FeG Darmstadt) der letzten paar Wochen und Monate war „Freude an der Gemeinde“ nun kommen wir zu einer neuen Themenreihe „Freude am Alltag mit Gott“.  [oder: „Freude mit Gott im Alltag“]

Meine These für die heutige Predigt ist die folgende: „Nur wenn Du Dich voll und ganz Gott hingibst, kannst Du das Leben führen zu dem Du geschaffen wurdest.“ Oder anders formuliert: „Nur wer Sklave Gottes ist, kann wahre Freiheit erfahren.“ Oder: „Nur wer stirbt, kann wahres Leben empfangen!“

„Gott will keine Gaben, Gott will Dich!“

Der heutige Text hat auch viel mit meinem eigenen Leben zu tun. Es war genau dieser Text, durch den mich Gott vor knapp 12 Jahren auf seine Gnade und Herrschaft hingewiesen hat.

 Text

1          Ich ermahne euch deshalb, Brüder und Schwestern, aufgrund des Erbarmen Gottes (oder: weil Gott so barmherzig ist), dass ihr eure Leiber (euer ganzes Leben) als
lebendiges,  heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer darbringt, (denn das) ist euer vernünftiger (und wahrer) Gottesdienst

 

2          Und richtet euch nicht mehr nach den Maßstäben dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung eures Denkens (eures  Sinnes), damit ihr den Willen Gottes prüfen könnt, was gut und (Ihm) wohlgefällig und perfekt ist.

Einleitung in den Text

Der Römerbrief ist ja ein ganz wichtiges Buch im Neuen Testament und wird von manchen sogar als wichtigstes bezeichnet.

Luther schreibt in seinem Vorwort zum Römerbrief folgendes:

Diese Epistel ist das eigentliche Hauptstück des Neuen Testaments und das allerlauterste Evangelium. Sie ist es wohl würdig und wert, dass sie ein Christenmensch nicht nur von Wort zu Wort auswendig wisse, sondern dass er auch täglich damit als mit täglichem Brot der Seele umgehe.

Das Thema des Römerbriefes zeigt Paulus in Röm 1,16-17 auf:

Denn ich schäme mich nicht für die gute Botschaft von Christus. Diese Botschaft ist die Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt – die Juden zuerst, aber auch alle anderen Menschen.

Sie zeigt uns, wie Gott uns in seinen Augen gerecht spricht. Dies geschieht einzig und allein durch Glauben. Denn es heißt schon in der Schrift: »Durch den Glauben hat ein Gerechter Leben.«

Daraufhin schreibt Paulus über die Universalität der Sünde, d.h. sowohl Juden als auch alle anderen Menschen stehen schuldig vor Gott dar (1,18-3,20).

Genau wie die Sünde so ist auch das Heil universal. Alle die an Jesus Christus glauben, d.h. den stellvertretenden Kreuzestod und die Vergebung unserer Schuld annehmen, werden nun gerecht gesprochen – wie stehen zu Gott wieder in einem rechten Verhältnis, es ist Frieden geschaffen worden. Wir sind versöhnt und sind nun Gottes Kinder (Joh 1,12).

Und genau aus dieser Gerechtigkeit Gottes zieht Paulus Konsequenzen für den Menschen.

In den Kapiteln 1-11 ging es hauptsächlich darum, was Gott für uns getan hat in dem er seinen Sohn für die Vergebung unserer Schuld sandte. Jetzt kommt Paulus zu dem, was wir tun sollen. 

In Röm 12,1-2 dreht Paulus einige Dinge, die er in 1,18-32 geschrieben hat um. Andererseits entwickelt er Aspekte aus den Kapiteln 6-8.

Gegensatz zu 1,18-32:[1]

Gottes Zorn

Gottes Erbarmen

Gott wurde nicht geehrt

Völlige Hingabe an Gott

Entehrung des Körpers

Das Opfer des Körpers

Götzendienst

Wahrer Gottesdienst

Untauglicher Verstand

Erneuerung des Sinnes

Gottes Gebote wurden missachtet

Nun können wir den Willen Gottes tun

 

  • Entwicklung aus Kapiteln 6-8:

Paulus benutzte schon in den Kapiteln 6-8 „darbringen“ Verben. Wir sollen unser Leben als Werkzeug der Gerechtigkeit(6,13), zum Gehorsam (6,16) und zur Heiligung Gott darbringen. 

 

Im Kapitel 7 schrieb Paulus über unserem Tod zum Gesetz und unsere Zugehörigkeit zu Christus. Und dies fand seine Höhepunkt im 8. Kapitel, wo das Leben eines Christen in der Kraft des Heiligen Geistes beschrieben wird!

 

 Struktur dieser Predigt: [2]

                                       I.        Die Basis unserer Hingabe (V. 1a)

                                      II.        Der Charakter unserer Hingabe (V. 1b)

                                     III.        Die Aufforderung unserer Hingabe (V. 2a)

                                    IV.        Die Auswirkung unserer Hingabe (V. 2b)

 

 „Gott will keine Gaben, Gott will Dich!“

 

  I.        Die Basis unserer Hingabe (V. 1a)

Paulus ermahnt die römischen Christen ihr Leben voll und ganz Gott hinzugeben. Vielleicht etwas überspitzt – jedoch auch voll zutreffend! – schreibt Ulrich Wilckens Gott wolle „nicht Gaben, sondern die Gebenden selbst und ganz.“[3] Oder: „Gott will keine Gaben, Gott will Dich!“

Ich ermahne euch deshalb, Brüder und Schwestern,
aufgrund des Erbarmen Gottes

Wenn Paulus hier deshalb schreibt, so müssen wir uns doch weshalb fragen.

Das „deshalb“ („angesichts“ oder auch „aufgrund“) bezieht sich auf alle Theologie, die wir in den ersten elf Kapitel des Römerbriefes antreffen.

Für Paulus ist ja Theologie nicht vom praktischen Denken zu unterscheiden.

Unsere Theologie beeinflusst ganz klar unser tägliches Leben. Hier bringe ich immer gerne das Beispiel der allgemeinen Theologie des Menschen: Glaube ich an einen gerechten und liebenden Gott? Glaube ich, dass ich mich vor irgendwem für mein Leben zu ver-antworten habe (d.h. muss ich jemand für mein Leben Rede und Antwort stehen)?

Für Paulus ist christliche Ethik, also unser Handeln, Denken und Sprechen theologisch motiviert. Es hängt ganz klar von unserem Gottesbild ab. Weil Gott uns gegenüber aber doch so barmherzig und gnädig war, dass Er uns alle Schuld vergeben hat, so Paulus, gibt es nur eine Antwort auf diese Gnade – völlige Hingabe.

Der Gehorsam eines Christen ist in dem begründet was Gott für uns in Christus getan hat. Es ist unser Dank Ihm gegenüber!

Ich ermahne euch deshalb, Brüder und Schwestern,
 aufgrund des Erbarmen Gottes

Paulus bestimmt seine Autorität und das daraus stammende Ermahnen aufgrund der Barmherzigkeit Gottes. Hier ist eine Art Echo von der guten Nachricht zu hören. Wenn Gott dies alles für uns getan hat, dann kann es doch nur eine Art von Antwort geben – völlige Hingabe! Johannes Calvin schrieb: „Wie undenkbar wäre es, wenn die Erfahrung der Güte und Freigbigkeit eines solchen Vaters uns nicht zu aufrichtiger Hingabe an ihn entzündete!“ (ad. loc.).

Was diese Barmehrzigkeit Gottes ist, schreibt Paulus einige Kapitel zuvor (5,6-8):

Diese Liebe zeigt sich darin, dass Christus sein Leben für uns hingegeben hat. Zur rechten Zeit, als wir noch in der Gewalt der Sünde waren, ist er für uns gottlose Menschen gestorben. Nun wird sich kaum jemand finden, der für einen Gerechten stirbt; allenfalls opfert sich jemand für einen Wohltäter. Wie sehr Gott uns liebt, beweist er uns damit, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren.

Weil Gott sich unserer erbarmt hat sollen wir unser ganzes Sein Ihm geben.

„Gott will keine Gaben, Gott will Dich!“

Die Basis/Fundament unserer Hingabe/unseres Lobpreises ist einzig und allein das Erbarmen Gottes!

                             

II.        Der Charakter unserer Hingabe (V. 1b)

dass ihr eure Leiber (euer ganzes Leben) als
lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer darbringt,
(denn das) ist euer vernünftiger (und wahrer) Gottesdienst

Gott hat Recht auf unseren Leib, unser Leben. In 1 Kor 6 lesen wir, dass unser Leib nun für den Herren ist (V.13) und dass wir mit unsren Leibern Gott zu Ehre leben sollen. Mit Leib ist nicht nur der menschliche Körper gemeint, sondern das ganze Sein des Menschen.

Wir gehören entweder voll und ganz zu Gott, oder gar nicht. Gott will nicht ein Teil Deines Lebens sein. Er, der uns erschaffen hat, ist alleiniger Herrscher. Er will nicht Deine #1 sein, sondern das Einzige in Deinem Leben.

„Gott will keine Gaben, Gott will Dich!“

dass ihr eure Leiber (euer ganzes Leben) als
lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer darbringt,
(denn das) ist euer vernünftiger (und wahrer) Gottesdienst

Wir sollen nun unsere Leiber als Opfer darbringen. Diese Opfer ist nun mit drei Adjektiven beschrieben (lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges), doch bevor wir auf diese zu sprechen kommen, hier ein paar Gedanken zum Wort Opfer.

Der Kirchenvater Johannes Chrysostomos beantwortet die Frage wie der Leib ein Opfer sein kann auf diese Weise: „Lass das Auge nicht Böses blicken und so ist es schon ein Opfer. Lass die Zunge nichts Schmutziges sagen und so ist es schon eine Opfergabe. Lass die Hand nichts Böses tun und so ist es schon ein Brandopfer.“[4]

Im Judentum, als auch in den philosophischen Schulen wurde oft bildlich von „Opfern“ gesprochen. Mit diesem Bild wollte man ein Lebensstil der Anbetung ausmalen. Es ist also in dem Sinne keine Überraschung von ihrem Apostel so etwas zu hören. Was jedoch als besonders gilt, ist, dass Paulus dieses Opfer als „lebendig“ bezeichnet.

dass ihr eure Leiber (euer ganzes Leben) als
lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer darbringt,
(denn das) ist euer vernünftiger (und wahrer) Gottesdienst

Dass das Opfer lebendig sein soll ist schon fast religiöser Unsinn. Ein Opfer wird geschlachtet, ausgegossen, verbrannt, etc.

Aber hier ist ja auch etwas Wundervolles zu sehen: das Opfer ist lebendig, da es aus dem Tode heraus gerettet wurde und wir nun in einem neuen Leben wandeln können (Röm 6,4) und der Heilige Geist in uns wohnt (Röm 8,9).

dass ihr eure Leiber (euer ganzes Leben) als
lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer darbringt,
(denn das) ist euer vernünftiger (und wahrer) Gottesdienst

Im 3. Buche Moses (11,45; 19,2; 20,26) lesen wir, dass die Heiligkeit des Volkes Israels, einerseits mit dem Ende eines Zeitalters der Sklaverei (in Ägypten), andererseits mit den Neubeginn einer Zugehörigkeit – nämlich der zu Gott – begonnen hat. Genau solch ein Verständnis können wir in Röm 6 nachlesen.

Es war Gottes Ziel in den Heiligkeits Vorschriften des AT (sieh vor allem Leviticus 17-26) das alltägliche Leben der Israeliten mit seiner Heiligkeit zu einen. Und Genau so haben wir es in Röm 12,1-2.[5]

Heiligkeit ist eine Absonderung zu Gott hin. Diese Heiligkeit hat im AT sowohl als auch in Paulus ethische Konsequenzen. Das alte Leben kann nicht mehr so gelebt werden, als wäre nichts geschehen. Wenn wir wirklich „neue Schöpfung“ (2 Kor 5,17) sind, dann wird sich dies auf unser alltägliches Leben auswirken. Wir können jetzt nicht mehr einfach so über andere lästern, Hausarbeiten andere kopieren und unseren Namen drunter schreiben, bei der Steuererklärung andere Zahlen angeben etc.

Unser Leben soll nun die Heiligkeit unseres Schöpfers widerspiegeln. Wir lesen in 2 Kor 3,18:

Von uns allen wurde der Schleier weggenommen, sodass wir die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel sehen können. Und der Geist des Herrn wirkt in uns, sodass wir ihm immer ähnlicher werden und immer stärker seine Herrlichkeit widerspiegeln.

Spiegelst Du, spiegele ich, den Charakter Gottes so, dass wenn andere uns beobachten, sie ein „Stück Himmel“ erleben?

dass ihr eure Leiber (euer ganzes Leben) als
lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer darbringt,
(denn das) ist euer vernünftiger (und wahrer) Gottesdienst

Hier müssen wir auch Röm 8,4.13 mit einbeziehen. Dort schreibt Paulus, dass wir nun im Geist Gottes leben und so das tun können, was Gott gefällt.

In Röm 14,17-19 erläutert der Apostel näher was er meint:

Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist; wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und auch von den Menschen geschätzt. So lasst uns nun nach dem streben, was zum Frieden und zur gegenseitigen Erbauung dient.

Wenn wir einander in Liebe begegnen und zwar nicht heuchlerischer, sondern aufrichtiger Liebe – wenn wir den anderen so behandeln wie wir behandelt werden wollen und von Gott behandelt werden! – dann leben wir in Gottes Willen. Wir leben ein Leben, das Gott gefällt!

Wenn wir das tun, dann ist das unserer vernünftiger (und wahrer) Gottesdienst.

dass ihr eure Leiber (euer ganzes Leben) als
lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer darbringt,
(denn das) ist euer vernünftiger (und wahrer) Gottesdienst

τὴν λογικὴν λατρείαν wird auf verschiedene Art und Weise übersetzt: „vernünftiger Gottesdienst“ (Schlachter); „wahrer Gottesdienst“ (Neue Genfer Ü.); „wahre und angemessene Gottesdienst“ (Einheitsü.); „Das ist ein Gottesdienst, wie er sein soll“ (Neues Leben).

Wie auch immer man diesen Teil übersetzen mag, es ist klar, dass für Paulus der einzig wahre Gottesdienst ein Leben zu Ehre Gottes ist. Das ist das einzig logische, vernünftige, was der Mensch machen kann. Er ist von Gott und zu Gott hin erschaffen worden.

„Gott will keine Gaben, Gott will Dich!“

Jetzt haben wir also erkannt, dass die Basis unserer Hingabe das Erbarmen Gottes ist; der Charakter unserer Hingabe vollkommener Lobpreis Gottes. Nun zu den Aufforderungen…

III.            Die Aufforderung unserer Hingabe (V. 2a)

 

Und richtet euch nicht mehr an den Maßstäben dieser Welt,
sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung eures Denkens (eures  Sinnes),
 

„Christen sollen sich nicht in das >Schema<, d.h. in das konkrete Wesen dieser Weltzeit einfügen.“[6] Wir sollen uns nicht gleichschalten lassen.

Und wie leicht das geschieht, wissen wir ja alle. Der zweite Teil der Aufforderung hilft uns da etwas weiter!

 Und richtet euch nicht mehr an den Maßstäben dieser Welt,

sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung eures Denkens (eures  Sinnes), 

Das Wort für „verwandelt werden” finden wir auch in Matt 17,2 und Mk 9,2 wo von der “Verklärung Jesu” die Rede ist. Dort steigen die Jünger (drei von ihnen) mit Jesus auf den Berg und Jesus Herrlichkeit wird ihnen offenbart. Hier erkennen sie das wahre Wesen Jesus-dem Sohn Gottes.“

Wir sollen Gott also walten lassen unser wahres Sein herauszuarbeiten. Hier steht ja ein passives Verb—werdet verwandelt. Das bedeutet jedoch nicht faul auf der Couch rumzugammeln, sondern aktiv mit Gott im Alltag zu leben.

Paulus spricht auch an anderer Stelle folgendes (nochmals 2. Kor 3,18):

Von uns allen wurde der Schleier weggenommen, sodass wir die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel sehen können. Und der Geist des Herrn wirkt in uns, sodass wir ihm immer ähnlicher werden und immer stärker seine Herrlichkeit widerspiegeln. 

Wir schon in Röm 8,29 angeklungen werden wir im Ebenbild Christi geschaffen werden. Wir werden also nach dem Wesen Jesus geformt.

Der Weg zum Handeln führt durch das Denken; denn wir können dem Willen Gottes nicht dienen, wenn wir ihn nicht erkennen und ihm nicht beistimmen (A. Schlatter, Römer, S. 204)

Hier wird jedoch nicht nur vom Denken des Intellekts die Rede sein, sondernd hier sind auch unsere moralischen Vorstellungen angesprochen. Es geht um das Handeln und Denken nach dem Sinn Jesu wie wir schon in 1 Kor 2,16 lesen können. In Phil 2,5-8 wird dies ganz konkret dargestellt:

Geht so miteinander um, wie Christus es euch vorgelebt hat. Obwohl er Gott war, bestand er nicht auf seinen göttlichen Rechten. Er verzichtete auf alles; er nahm die niedrige Stellung eines Dieners an und wurde als Mensch geboren und als solcher erkannt. Er erniedrigte sich selbst und war gehorsam bis zum Tod, indem er wie ein Verbrecher am Kreuz starb.

Das Kreuz – sowie das ganze Leben Jesu – ist also der Maßstab unseres Handelns, Denkens und Redens. Alles was wir tun, soll der Ehre Gottes dienen (1 Kor 10,31).

Eine ganz einfache Frage, die wir uns im Alltag stellen können ist: „Ist das was ich gerade denke, mache, sage etwas das Gott gefällt – dem Gott zustimmen würde?“

IV.        Die Auswirkung unserer Hingabe (V. 2b)

 

damit ihr den Willen Gottes prüfen könnt,
was gut und (Ihm) wohlgefällig und perfekt ist.

Hier wird ein Wort benutzt, das darauf hinweist, dass wir den Willen Gottes testen sollen. Wir werden also nicht nur intellektuell den Willen Gottes erfassen, sondern sollen ihn auch testen: sprich, wir sollen den Willen Gottes in die Tat umsetzen. 

damit ihr den Willen Gottes prüfen könnt,
was gut und (Ihm) wohlgefällig und perfekt ist.

Das „Gute“ wird von Paulus in den folgenden Versen durch die Liebe bestimmt. Das Handeln aus Liebe ist ausschlaggebend. Jedoch versteht sich „das Tun der Liebe … niemals von selbst, weil es im je konkreten Fall … nur in der Logik des Kreuzes eindeutig erkennbar und nur in der Führung durch Gottes Geist realisierbar ist.“[7]  

Als nun Juden und Nicht-Juden sich Jesus zu wenden, müssen sie ihre alten Gepflogenheiten an der guten Nachricht prüfen. Auch wir können ja nicht mehr so leben, als hätte sich nichts verändert. Das was gut, Gott wohlgefällig und perfekt ist, entspricht dem Willen Gottes.

Ich bin oft überrascht zu sehen wie wenig Christen so ihre Bibel im Alltag lesen. Wir sagen oft, dass wir so leben wollen wie es Gott gefällt, dass wir Ihm die Ehre geben wollen. Andererseits kümmern wir uns wenig darum zu schauen, was Gott eigentlich von uns verlangt.

Denn der Wille Gottes ist ja in Seinem Wort an uns niedergeschrieben worden. Natürlich gibt es hier und da „Grauzonen“ oder es kommt auf die individuelle Situation an, jedoch können wir im Großen und Ganzen sehr wohl erkennen, was der Wille Gottes für unser Leben ist: „Gott will keine Gaben, Gott will Dich!“

 

Was ist die Basis unserer Hingabe?

Das Erbarmen und die Liebe Gottes!

 

Was ist der Charakter unserer Hingabe?

Völlige Hingabe an Gott!

 

Was ist die Aufforderung unserer Hingabe?

Uns nicht den Maßstäben dieser Welt anpassen (negativ), unser Sinnen und Denken von Gott verändern lassen (positive)

 

Was ist die Auswirkung unserer Hingabe?

Den Willen Gottes erkennen und tun!

 

Was nun?

Adolf Schlatter: “Daß aus dem Leibe der Sünde ein heiliges Opfer wird und daß sie sich von der gegenwärtigen bösen Welt unterscheidet, das ist so, weil sich Gott ihrer erbarmt.”[8]

Die Neue Genfer Übersetzung schreibt, dass „Die einzige angemessene Antwort [auf die Barmherzigkeit Gottes] darauf ist die, dass ihr euch mit eurem ganzen Leben Gott zur Verfügung stellt.“

Wie wirst Du auf diese Herausforderung reagieren?

Bist Du nur ein Mitläufer?

Gibst Du Gott Teile Deines Lebens?

Oder gibst Du Dich Ihm völlig und ganz hin?


[1]In Anlehnung an  D. Peterson, “Worship and Ethics in Romans 12,” Tyndale Bulletin 44, no. 2 (1993): 284.

[2]R. Kent Hughes, Romans: Righteousness from Heaven, Preaching the Word, 212 (Wheaton, IL: Crossway Books, 1991).

[3] Ulrich Wilckens, Der Brief an die Römer (12-16), 3rd ed. (Zürich: Benziger, 1997), 4.

[4]Gerald Bray, ed., Romans, Ancient Christian Commentary on Scripture: New Testament VI (Downers Grove, IL: InterVarsity Press, 1998), 306.

[5]John E. Hartley, Leviticus, Word Biblical Commentary 4 (Dallas, TX: Word Books, 1992), 308.

[6]Wilckens, Der Brief an die Römer (12-16), 7.

[7] Wilckens, Der Brief an die Römer (12-16), 7.

[8]Adolf Schlatter, Gottes Gerechtigkeit: Ein Kommentar zum Römerbrief, 4. Aufl. (Stuttgart: Calwer Verlag, 1965), 331.

 

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