Das Warten hat ein Ende!

Jetzt mal ganz ehrlich, worauf freust Du Dich am meisten?  

Jetzt ist es ja bald soweit … endlich Weihnachten! 

Schon seit mindestens Mitte November wenn nicht schon noch früher bereiten uns die Geschäfte auf dieses Fest vor. Meine Frau, Kinder und ich haben ja in den letzten 7 Jahren oft Weihnachten in Chicago verbracht und ich sage Euch um Weihnachten herum ich Chicago noch schöner als sonst. Der Schnee ist frisch und knackig (OK … manchmal wird man auch komplett eingeschneit), die vielen Lichter leuchten voller Glanz in den Fenstern und in den Straßen, die Leute sind im Generellen etwas freundlicher und das wichtigste, das Paket aus Deutschland mit den wichtigsten Utensilien für Weihnachten ist auch schon agekommen– deutsches Gebäck und viele andere Leckereien aus der Heimat … ach einfach schön.

Heute hat das Warten endlich ein Ende!

In dem heutigen post möchte ich kurz eine Begebenheit aus dem Evangelium näher beleuchten. Es ist die Geschichte der „Darstellung“ Jesu im Tempel (Lukas 2,22-38).

Text

22  Und dann, als die Tage ihrer Reinigung, nach dem Gesetz Mose, vorüber war, brachten sie das Kind nach Jerusalem um es dem Herrn zu präsentieren. 23 Wie es im Gesetz des Herrn geschreiben steht: “alle männliche Erstgeburt soll dem Herrn heilig gelten.” 24   Und sie brachten ein Opfer dar, wie es im Gesetz des Herrn beschrieben ist: “ein paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.” 25 Und gucke da, dort war ein Mann in Jerusalem, sein Name war Simeon, dieser Mann war gerecht und gottesfürchtig (fromm; d.h. er richtete sich nach dem  Willen Gottes) und er erwartete den Trost/Rettung/Hilfe Israels und der Heilige Geist war auf ihm. 26 Der Heilige Geist hatte ihm schon prophezeit, dass er nicht sterbe würde bevor er nicht den Messias des Herrn gesehen habe. 27 Der Heilige Geist leitet ihn in den Tempel, gerade da  als Maria und Joseph das Kind Jesus hineibrachten, um mit ihm das zu tun was nach dem Gesetz üblich war. 28 Da nahm Simeon ihn in seine Arme. Er lobte Gott und sagte: 29 “Nun entlasse deinen Diener in Frieden, alleiniger Herrscher, wie du es versprochen hast. 30 Denn ich habe mit eigenen Augen deine Rettung/dein Heil gesehen. 31 Dieses Heil, das du vor allen Völkern bereitet hast 32 ist ein Licht: als Offenbarung für die Nicht-Juden und als Herrlichkeit für dein Volk Israel.” 33 Sein Vater und seine Mutter [also: Joseph und Maria] waren verwundert über das, was über ihn (das Kind) gesagt wurde. 34 Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: “Dieses Kind ist dazu bestimmt, dass viele and ihm zu Fall kommen und dass viel durch ihn aufgerichtet werden in Israel – und es wird ein Zeichen des Widerspruchs sein. 35 (aber durch deine eigene Seele wird ein Schwert dringen ). Das Zeichen wird die tiefsten Gedanken der Menschen enthüllen.” 36 Und es gab eine Prophetin Hanna, Tochter des Phanuel, vom Stamm Asher; sie war schon sehr alt. Sie lebte mit ihrem (ersten) Mann für sieben Jahre. 37 Dann war sie Witwe, bis sie 84 Jahre alt war. Sie verließ den Tempel nicht, sondern diente (Gott) Tag und Nacht mit Beten und Fasten. 38  Auch sie trat in diesem Augenblick hinzu und dankte Gott. Sie sprach zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten, über dieses Kind.

Dieser Text lässt sich relativ leicht in drei Teile einteilen:

  • Zu einem haben wir die Begebenheit (V.22-24)
  • dann die Begegnung mit Simeon (V.25-35)
  • und zum Schluss die Begengung mit Hanna (V.36-38)

Die Begebenheit (V. 22-24)

Wir sehen hier in diesem kurzen Abschnitt, dass Joesph und Maria treu nach dem Gesetz Moses handeln.

Die Tage der Unreinheit für Maria sind vorüber (nach dem AT mussten dies 40 Tage bei der Geburt eines Jungen und 80 Tage bei der Geburt eines Mädchen sein; siehe 3 Mose 12) und sie machen sich auf den Weg nach Jerusalem – dem Mittelpunkt jüdischen Glaubens.

Des Weiteren zeigt Lukas auch hier, dass die Eltern Jesu nicht gerade wohlhabend sind – das Opfer, das dargebracht wird (“ein paar Turteltauben oder zwei junge Tauben”) ist für Leute ärmeren Verhältnisses angedacht (3. Mose 12,8).

Es ist also in dieser Begebenheit, dass uns ein Mann begegnet, der in seinen wenigen Worten, die er in der Bibel bekommt, viel zu sagen hat. Deswegen wird unsere Aufmerksmakeit vor allem auf ihm ruhen bzw. auf das was er sagt.


Die Begegnung mit Simeon (V. 25-35)

25 Und gucke da, dort war ein Mann in Jerusalem, sein Name war Simeon, dieser Mann war gerecht und gottesfürchtig (fromm; d.h. er richtete sich nach dem  Willen Gottes) und er erwartete den Trost/Rettung/Hilfe Israels und der Heilige Geist war auf ihm. 

Mit den Worten „und gucke da“ (eine freie Übersetzung meinerseits) lässt uns Lukas wissen, dass jetzt was sehr Wichtiges kommt. Also wir sollen hier besonders aufpassen was nun passiert.

Simeon war in dieser Zeit ein gewöhnlicher Name und wir erfahren eigentlich wirklich nichts was wir in unsrerer heutigen Zeit so erfahren wollen. [Frage: Was sagen/fragen wir jemanden, wenn wir jemanden neu kennenlernen?]

Wir erfahren nichts über seinen beruf und nichts über sein Alter. Was wir jedoch erfahren ist bedeutungsvoll:

  1. dieser Mann war gerecht und gottesfürchtig (fromm; d.h. er richtete sich nach dem  Willen Gottes)

    Natürlich sollen wir das nicht so verstehen, als wäre Simeon sündenfrei gewesen. Gerecht und gottesfürchtig zu sein, heßt sich nach Gottes Maßstäben zu richten, sie zu befolgen und wenn man dies eben nicht getan hatte, sich von Gott zurechtweisen zu lassen, die Opfer darzubringen, und Gottes Vergebung zu empfangen.

    Nun war dieser Mann nicht nur gerecht und gottesfürchtig, sondern…

  2. …er erwartete den Trost/Rettung/Hilfe Israels

    Was beduetet hier Trost/Rettung/Hilfe Israels? In den kommenden Versen merken wir, dass dies mit folgenden Ausdrücken verbunden ist:

    1. „dem Messias des Herrn“ (V. 26)
    2. „Gottes Rettung“ (V. 30),
    3. das Heil (V. 31)
    4. Licht ( V.32)

                                                              i.      eine Offenbarung für die Nicht-Juden

                                                            ii.      und Herrlichkeit für die Juden (V. 32)

             E. „die Erlösung Jerusalems“ (V. 38)

Er wartete also auf die Erfüllung Gottes Zusagen an Sein Volk Israel – auf das messianische Zeitalter.

In Anlehnung an Schriftpassagen wie Jesaja 40 haben wir Trost/Rettung/Hilfe Israels so zu vertshen: es ist die Rettung, der Fireden und die Vergebung für Israel im Messianischem Zeitalter. Des Weiteren erfahren wir, dass …

   3. … der Heilige Geist auf ihm war.

            Er scheint also im Sinne der alt-testamentlichen Propheten verstehen zu sein. Nicht, dass er unbedingt selbst Prophet ist, aber dass der Heilige Geist auf ihm ist deutet in diese Richtung. Dies ist für Lukas            (die frühe Kirche im Generellen!) sehr wichtig. Der christliche Glaube – mit Jesus Christus als Zentrum – ist keine Innovation des 1. Jahrhunderts, sondern steht im direkten Verhältnis zum Alten Testament.

 26 Der Heilige Geist hatte ihm schon prophezeit, dass er nicht sterbe würde bevor er nicht den Messias des Herrn gesehen habe.

“Den Tod sehen, und den Christ des Herrn sehen – ein lieblicher Gegensatz” (Bengel in Maier, 98).

27 Der Heilige Geist leitet ihn in den Tempel, gerade da  als Maria und Joseph das Kind Jesus hineibrachten, um mit ihm das zu tun was nach dem Gesetz üblich war. 

Es ist wiederum der Heilige Geist der Simeon leitet. Nun leitet er ihn direkt in das Zentrum des jüdischen Glaubens, dem Tempel!
 

28 Da nahm Simeon ihn in seine Arme. Er lobte Gott und sagte: 29 “Nun entlasse deinen Diener in Frieden, alleiniger Herrscher, wie du es versprochen hast. 

Hier sehen wir die Erfüllung der Zusage Gottes an Simeon. Gott hält Sein Wort! Wie oft haben wir den Eindruck, dass Gott uns vergessen hat? Ob es wirklich wahr ist, was Gott uns zusagt? In vielen Passagen der Bibel, wie auch hier, sehen wir, dass unser Gott ein vertrauenswürdigen Gott ist. Er hält sein Wort!

„Das Warten hat ein Ende!“

Simeon spricht Gott als „alleinigen Herrscher“ an und ziegt somit seine eigene Kechtschaft, sein eigenes Dienersein Gott gegenüber. Wie addressieren wir Gott? Welche Vorstellungen haben wir von Gott? Sind wir evtl. manchmal etwas einseitig? 

30 Denn ich habe mit eigenen Augen deine Rettung/dein Heil gesehen. 

Simeon macht hier eines klar. Das Baby Jesus zu sehen, ist die Rettung Gottes selbst zu sehen. Der christliche Glauben begründet sein Fundament ja nicht in Glaubensaussagen und Wahrheitsaussagen per se, sondern primär in einer Person – Jesus Christus.

Unser Bemühen zu Gott zu streben, einen Weg zu Ihm durchzuschlagen ist vergeblich. Er selbst kommt in Seinem Sohn zu uns, er kommt uns ganz Nahe.

„Das Warten hat ein Ende!“

31 Dieses Heil, das du vor allen Völkern bereitet hast 32 ist ein Licht: als Offenbarung für die Nicht-Juden und als Herrlichkeit für dein Volk Israel.” 

Das jüdische Volk hatte bereits schon die Offenbarung eines kommendes Messias, den Nicht-Juden wird Jesus selbst jetzt zu dieser Offenbarung. Jesus ist das Licht der Welt, der in die Dunkelheit hineinkommt um es zu erleuchten, die Dunkelheit zu verteiben.

Auch in Dir und mir ist Jesus Licht! Es geht ja nicht nur darum, dass wir einmal in unserem Leben uns „für Jesus entschieden haben“, ihn „in unser Herz“ aufgenommen haben, sondern um eine von innen herausstrahlende Kraft des Heiligen Geistes, dass uns in das Ebendbild Jesus verändert! Erretung ist kein einmaligen Ereigniss, es ist ein Prozess bis zu Seiner Wiederkunft.

Doch wir sehen endlich: „Das Warten hat ein Ende!“

33    Sein Vater und seine Mutter waren verwundert über das

was über ihn (das Kind) gesagt wurde.

33 Sein Vater und seine Mutter [also: Joseph und Maria] waren verwundert über das, was über ihn (das Kind) gesagt wurde. 34 Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: “Dieses Kind ist dazu bestimmt, dass viele and ihm zu Fall kommen und dass viel durch ihn aufgerichtet werden in Israel – und es wird ein Zeichen des Widerspruchs sein. 

Hier sehen wir die zweifache Bedeutung der Mission Jesus. Für die einen ist Er ein Stein des Anstßes oder das was sie zum Fallen bringt, für die anderen ein Siegespodest.

„Das Warten hat ein Ende!“ Endlich dürfen wir unsere wahres „Ich“ leben, das zu dem wir geschaffen sind – eine tiefe Beziehung zu Gott:

„Das Warten hat ein Ende!“

35 (aber durch deine eigene Seele wird ein Schwert dringen ). Das Zeichen wird die tiefsten Gedanken der Menschen enthüllen.”

Vor Jesus verlieren wir alle unsere Masken. Nichts kann Ihn täuschen. Nicht unsere Kirchengänge, nicht unsere frommen Spiele (Bibellese, Gebet, Hauskreise etc.), nichts. Was nicht vom Herzen kommt wird aufgedeckt.

Welche Masken hast Du, habe ich heute auf, an Weihnachten? Spielen wir „Christsein“ einfach nur, oder leben wir es? Sind wir nur Touristen oder sind wir Reisende zu unserer Heimat?

Genau wie Simeon so steht auch die Prophetin Hanna im Sinne desr altestamentlichen  Hingabe an Gott. Auch sie ist ein Beispiel par excellence der Hingabe zu Gott.

Die Begegnung mit Hanna (V. 36-38) 

Hier möchte ich nur kurz ein Element der Geschichte heraustellen.

38  Auch sie trat in diesem Augenblick hinzu und dankte Gott. Sie sprach zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten, über dieses Kind.

Hier sehen wir wieder die verknüpfung mit dem Heil Gottes, in diesem Vers als „Erlösung Jerusalems“ bezeichnet“ und dem Kind. Ohne dieses Kind – ohne Jesus selbst – gibt es keine Erlösung, keinen Frieden, kein Heil – aber … „das Warten hat ein Ende!“

 

Wartest Du noch auf ein Wunder Gottes oder kannst Du es schon sehen?

„Das Warten hat ein Ende!“ Die Rettung Gottes ist gekommen und nun können wir in Ihm Trost und Frieden finden.

„Das Warten hat ein Ende!“ Gott selbst wurde Mensch!

„Das Warten hat ein Ende!“ Auf was wartest Du noch?

AMEN

 

 

 

Lied von Peter Strauch

Refrain: In der Nacht von Bethlehem, da ist ein Kind geboren, Gottes Liebe kam zu uns, wir sind nicht mehr verloren: Jesus, Heiland der Welt! Jesus, Heiland der Welt.

1)      Endlich ist die Dunkelheit bezwungen.
Gottes Licht ist zu uns durchgedrungen.
Endlich ist die Nacht vorbei und endlich werden Menschen frei;
das Ende wird zum Anfang: Gott ist da!

2)      Weinende, die sollen nicht mehr weinen.
Mutlosen soll neue Hoffnung scheinen.
Einsame sind nicht allein, denn Gott will auch bei ihnen sein,
das Leben ist erschienen: Gott ist da!

3)      Wer du bist, Gott will auch dir begegnen.
Er will jetzt dein ganzes Leben segnen.
Lass ihn in dein Leben ein,
denn du sollst seine Wohnung sein,
sein Licht wird dich erfüllen: Gott ist da!” 

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