Ein Gott, der mehr als nur „da“ ist! – Der Tempel Gottes

Hier das Manuskript meiner Predigt zu 1. Könige 8, 27-30 (kann man auch hier hören):

Der heutige Predigttext ist weder 1. Mose 3,1-9 noch Offenbarung 21,1-3+22. Jedoch bilden genau diese zwei Texte den Rahmen für die heutige Predigt. Heute geht es um König Salomos Einweihung des Tempels wie wir sie in 1. Könige 8 nachlesen können.

Einstieg:

Denke mal ganz kurz an den wunderschönsten Ort, den du in deinem bisherigen Leben erfahren durftest. Was war es an diesem Ort, dass dieser so wunderschön, so attraktiv in deinen Augen macht? 

 

Der Kölner Dom (auf einer Plakette an der Seite steht: „erbaut 1248-1880“ – das sollte man sich heute mal erlauben). Dieses gewaltige Bauwerk mit den enormen gotisch-geschwungen Pfeilern und Decke, bringt den Besucher in eine zum Himmel gerichtete Haltung.

Wie schon vorhin angeklungen werden wir heute ein wenig die Einweihung des Tempels betrachten. Der Tempel selbst war auch sehr beeindruckend, aber mir geht es heute ausnahmsweise nicht um Architektur, sondern um die Worte Salomos.

Bevor wir uns aber nun den Text in 1. Könige 8 etwas näher anschauen, möchte ich mit Euch zwei Aussagen betrachten:

1)    Gott ist völlig anders: Er steht über der Schöpfung und jenseits unserer Vorstellung

2)    Gott ist unser Freund: Er liebt uns und kümmert sich um uns; darüberhinaus ist Er in unserem Leben involviert

Die erste der beiden Aussagen spricht von der sog. Transzendenz Gottes. Da merkt man die gehobene Sprachen mancher Theologen, man könnte doch auch einfach sagen: „Gott iss völlisch annersda!“ Er steht über dieser Welt und ist absolut verschieden von uns. Wir können Ihn mit unserer Intelligenz nicht erfassen.

Die zweite Aussagehebt die sog. Immanenz Gottes hervor.  Gott ist sehr in Seiner Schöpfung involviert. Er ist sozusagen anwesend und kümmert sich um Seine Geschöpfe. Er ist mitten unter uns. 

Welchen dieser zwei Aussagen würdest zu spontan eher zusagen? 

Übergang:

Nach meinem Verständnis ist es genau dies womit König Salomo zu kämpfen hat. Lasst uns also nun einen genaueren Blick auf 1. Köinge 8 werfen.

Hauptteil:

Da wir nicht alles zusammen lesen können, fasse ich die ersten 26 Verse einmal zusammen bevor wir unsere Aufmerksamkeit auf die Verse 27-30 lenken.

Die Verse 1-10 zeigen uns was geschah als Salomo den Tempel in Jerusalem einweihte. Äußerst wichtig ist das „heimbringen“ der Bundeslade. In Vers 9 lesen wir: „In der Lade waren nur die beiden Steintafeln, die Mose am Horeb hineingelegt hatte. Dort hatte der Herr einen Bund mit dem israelitischen Volk geschlossen, als es Ägypten verließ.”

Dieser Kommentar ist sehr wichtig. Gott hatte einen Bund mit Israel am Berg Sinai geschlossen und hat dieses als Sein eigenes Volk auserwählt. Gott selbst sagte, dass Israel Sein Besitz sein werde, ein königliches Priestertum und dass „sei sein Volk sein werden und Er ihr Gott“ (vgl. 1. Mose 17,1-8; 2. Mose 6,1-8; 29,42-46; Jer 7,21-26).  

Jetzt wollen wir zwei wichtige Aspekte betrachten, die noch später von großer Bedeutung sein werden. Wir in V. 2 dass dies alles „im Monat Etanim, das ist der siebte Monat” (en el mes de etanim, del mes séptimo) stattfand. In diesem Monat wurde das sog. Laubhüttenfest gefeiert. Hier feierten die Israeliten das Ende der Wildernis-Wanderungen und dachten ganz besonders an Gottes Treue zu Seinem Volk. Auch der Versöhnungstag (Jom Kippur), an dem alle Sünden vergeben wurden, war ein Tag im siebten Monat.

Die zweite Beobachtung finden wir in Vers 5. Dort sehen wir, dass so viele Opfer dargebracht wurden, dass man sie gar nicht hatte zählen können.

Nachdem wir jetzt die ersten 10 Verse zusammengefasst haben. Lasst uns Verse 10-11 lesen: „Als die Priester aus dem Heiligtum heraustraten, erfüllte eine Wolke das Haus des Herrn.

Die Priester konnten deswegen ihren Dienst nicht fortsetzen, denn die Herrlichkeit des Herrn war im Haus des Herrn gegenwärtig.” Hier sehen wir die gewaltige Gegenwart der Heiligkeit Gottes … die Priester konnten ihren “normalen” Dienst einfach nicht weitermachen … Gott ist völlisch annersda.

In den Versen 11-26 erinnert Salomo an Gottes Bund mit seinem Vater David (mehr hierzu in 2. Samuel 7) und Salomo preist Gott für Seine Treue in dem Er Sein Versprechen Davids gegenüber gehalten hat. In den Verse 23-25 sehen wir, dass Gott ein liebender, treuer und beständiger Gott ist.

Dann hören wir etwas erstaunliches aus dem Munde des Königs Israels (Vers 27): „Aber wird Gott tatsächlich auf der Erde wohnen? “ Hast Du jemals darüber nachgedacht? Wie lächerlich ist doch diese Vorstellung, dass Gott, dem keiner “weder im Himmel noch auf der Erde” (v. 23) gleicht, hier auf der Erde leben soll!

Salomo fragt: “Aber wird Gott tatsächlich auf der Erde wohnen?” Jedoch weiß er auch, dass “der höchste Himmel kann dich nicht fassen – wie viel weniger dieses Haus, das ich errichtet habe!” (V. 27). Salomo ist sich sehr wohl bewusst, dass das Haus, welches er für Gott errichtet hat nicht groß genug für den Gott des Universums ist (“der höchste Himmel kann dich nicht fassen”). Der König Israels betont in diesem Kapitel 8x, dass der Himmel (bzw. die Himmel) Gottes Wohnort ist (V. 30, 32, 34, 36, 39, 43, 45 und 49).

In den Versen 28-29 lesen wir dann: „Höre dennoch das Gebet deines Dieners und vernimm meine Bitte, Herr, mein Gott. Höre die Gebete, die dein Diener heute an dich richtet. Tag und Nacht sollen deine Augen über diesem Haus wachen, denn du hast versprochen: `Hier soll mein Name wohnen.´ Bitte erhöre die Gebete, die ich hier spreche.“

In eigenen Worten: „Dennoch“ betet Salomo … „dennoch bist Du mit uns, Herr“ … „Du hast versprochen, dass Dein Name hier wohnen wird“ … „wir vertrauen Deinem Versprechen!“

Gott hatte also versprochen Seinen Namen dort wohnen zu lasse, dort im Tempel. Dort im Tempel wird er auf ganz besondere Art und Weise da sein … es ist hier, wo der heilige Gott bereit ist Sein Volk zu treffen. Es ist hier … wo Gott dem Menschen begegnet!

Aber wie kann das sein? Wie kann ein heiliger Gott sich mit dem Menschen, der doch in Rebellion gegen Ihn ist, mit ihm sein? Salomo kennt die Antwort: „Bitte erhöre die inständigen Bitten, die wir, dein Volk der Israeliten und ich, an diesem Ort im Gebet an dich richten. Ja, höre uns im Himmel, wo du wohnst, und wenn du uns hörst, vergib uns.”

Salomo weiß genau, dass der Mensch nur dann Gott begegnen kann, wenn Gott Vergebung schenkt (dies wird 5x im 8. Kapitel betont V. 30, 34, 36, 39, 50). Vergebung kann es aber nur dort geben, wo Blut vergossen wird – wo Opfer dargebracht werden!

Ein Theologe schreibt: Gottes Liebe „hat sich auf vielerlei Art gezeigt, aber ganz besonderes in dem Opfersystem, welches Gottes gnädige Versorgung für den Sünder ist“ (Morris, 608) und wir lesen in 3. Mose 17,11: „das Leben eines jeden Geschöpfes ist in seinem Blut. Ich habe euch das Blut gegeben, damit ihr dadurch Wiedergutmachung für eure Sünden bewirken könnt. Das Blut bringt euch Wiedergutmachung, weil das Leben in ihm ist.”

Erinnert ihr euch och, dass ich vorhin meinte wir sollten uns an 2 besondere Dinge aus den Versen 1-10 erinnern? Der erste Punkt (1) war bzgl. Des Monats Etanim und der zweite Punkt (2) zeigte uns die vielen Opfer, die dargebracht wurden „so dass man sie nicht zählen konnte“ (V.5).

Jetzt kommt der Knackpunkt der ganzen Sache: Erinnert ihr euch noch an Salomos Frage? „Aber wird Gott tatsächlich auf der Erde wohnen?” (V.27). Der Gott, der so heilig ist, der über allem steht und alles regiert, wird Er wirklich hier auf der Erde wohnen? Und die überwältigende Antwort, die Gott gibt, schallt bis heute zu uns: „JA!“

Aber wie?

In Seinem Wort – Sein Sohn Jesus von dem es im Johannesevangelium heißt: „und das Wort wurde Fleisch und zeltete unter uns“ (1,14). Ich habe hier das Wort extra mit „zeltete“ (puso su carpa) übersetzt. Johannes verwendet hier ein Wort, dass an die Stifthütte erinnert – also sozusagen den Vorgänger des Tempels. Es ist in diesem Zelt, in diesem Tempel – Jesus Christus – wo Gott den Menschen begegnet!

In Jesus Christus wird Gottes Name erst so richtig bekanntgemacht: „ Niemand hat Gott je gesehen. Doch sein einziger Sohn, der selbst Gott ist, ist dem Herzen des Vaters ganz nahe; er hat uns von ihm erzählt” (Joh 1,18). In ihm begegnet Gott dem Menschen. In Jesus Christus, der von sich selbst sagt, dass er der wahre Tempel sei (2,19-22); in Jesus Christus ist Gottes Gnade besonderes sichtbar; in Jesus Christus begegnet Gott dir und mir! “Denn Gott wollte in seiner ganzen Fülle in Christus wohnen” (Kol 1,19). “Denn in Christus lebt die Fülle Gottes in menschlicher Gestalt” (Kol 2,9).

So, nun sind wir hier. Gott ist völlig heilig und wir vollkommen voller Sünde, wie Salomo in V. 46 ausdrückt. Doch es gibt Hoffnung, weil Gott ein liebender, treuer und beständiger  Gott ist! „wenn wir ihm unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns vergibt und uns von allem Bösen reinigt” (1 Joh 1,9).

Es gibt Vergebung! Der ultimative Tag der Versöhnung ist geschehen – am Kreuz. Es gibt Vergebung! Das ultimative Opfer ist dargebracht worden. Es gibt Vergebung den “das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!” ist geschlachtet worden (Joh 1,29). Das ultimative Passahlamm ist für unsere Sünden gestorben und am dritten Tage  auferstanden! “Er ist der Anfang und als Erster von den Toten auferstanden, damit er in allem der Erste ist” (Kol 118b).

Schluss:

Wenn Du Gottes zelten mit dir erfahren möchtest, dann musst du nur Sein Angebot annehmen. Er, der dich liebt und sein Leben für dich gab (Gal 2,20), damit du wahres Leben erfahren kannst! Glaube an den „Herrn der Herrn und König der Könige“ (1 Tim 6,15). Vertraue auf Jesus Christus, denn „In ihm allein gibt es Erlösung! Im ganzen Himmel gibt es keinen anderen Namen, den die Menschen anrufen können, um errettet zu werden” (Apg 4,12).

Wenn du ihm vertraust, wird er dir seinen Heiligen Geist schenke, der in dir leben wird und durch den du den Mächtigen des Himmels und der Erde mit „Abba“ das heißt Vater anrufen darfst (Gal 4,6)!

An alle die, die Jesus noch nicht kennen oder ihm noch nicht nachfolgen, möchte ich die Frage, die Gott in 1. Mose 3 gestellt hat, weiterleiten: „Wo bist du?“

Für die, die Jesus kennen und ihm nachfolgen, möchte ich ein Wort der Ermutigung zusprechen , mit der Hoffnung unseres kommenden Herrn, so dass er mit uns für immer leben wird und wir mit ihm. So lesen wir in Offenbarung 21,3: „Siehe, die Wohnung Gottes ist nun bei den Menschen! Er wird bei ihnen wohnen und sie werden sein Volk sein und Gott selbst wird bei ihnen sein.“

Und an alle, ob du nun Christ bist oder nicht, habe ich eine gute Nachricht: Es gibt Vergebung! Es gibt einen Neuanfang! Es gibt das wahre Leben!

Ob du nun schon seit 10 Jahren oder 50 Jahren Christ bist, ob seit 10 Tagen oder 50 Wochen; oder ob du nun schon seit langer Zeit zur Gemeinde kommst oder ob du es zum aller ersten mal hörst: wir alle brauchen Vergebung! Wir alle brauchen Gottes Liebe!

Es gibt neues Leben für die, welche sich voll und ganz auf Jesus verlassen. Durch das wohnen des Heiligen Geistes in uns, können wir endlich ein Leben leben zu dem wir berufen wurden – eine innige und vertraute Beziehung zu Gott; durch den Heiligen Geist sind wir nun der Tempel Gottes (1 Kor 3,16;  6,19; vgl. Eph 2,19-22). 

AMEN!

 

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