Zweifel und der christliche Glaube – Einleitungskapitel

Wie schon im letzten Eintrag beschrieben, werde ich das Buch von den Herausgebern Tobias Faix, Martin Hofmann und Tobias Künkler näher betrachten. Es handelt sich um das Buch Warum wir mündig glauben dürfen – Wege zu einem widerständigen Glauben.

BildBuch

Das dies das Nachfolgebuch zu Warum ich nicht mehr glaube – Wenn junge Erwachsene den Glauben verlieren ist, werden in dem ersten Kapitel (Einleitung) die wichtigsten Ergebnisse des vorherigen Buches wiedergegeben. Das möchte ich hier auch tun.

Im ersten Buch (Warum ich nicht mehr glaube – Wenn junge Erwachsene den Glauben verlieren) ging es um Dekonversion (Entkehrung, also dem Gegenteil der Bekehrung). Hier wurden verschiedene Menschen gefragt warum sie vom Glauben abgerückt sind und nun nicht mehr glauben. Hierzu wurde eine empirische Studie durchgeführt und einzelne Lebensgeschichten angehört (für viele schien dies eine Befreiung zu sein, endlich darüber mal gefragt zu werden).

Ähnlich wie bei einer Bekehrung ist bei einer Dekonversion ein Prozess im Gange. Viele verschiedene Faktoren spielen in diesen Prozess hinein. Vier Leitmotive (mit je zwei Prägungen) kristallisierten sich heraus:

  1. Moral: Eingeengte und Verletzte

Moralische Maßstäbe wurden teilweise entweder als zu eng empfunden oder auch nicht klar kommuniziert. Bei der ersteren Gruppe (den Eingeengten) wurde die gepredigte Freiheit des Glaubens nicht (oder nur kaum) erlebbar. Die Verletzen wurden durch Moral (oftmals in Verbindung mit Macht) in die Enge getrieben und teils auch misshandelt (geistlich, physisch, körperlich, sexuell). Andere Christen waren hier ein erheblicher Faktor in dem Dekonversionsprozess.

  1. Intellekt: Zweifelnde und Grübelnde

Bei dem Leitmotiv Intellekt sind es die Interviewten selbst, die den christlichen Glauben (auch Lehrinhalte) mit ihrem eigenen Denken nicht vereinbaren konnten.

  1. Identität: Entwachsene und Zerrissene

Bei den Entwachsenen war die eigene Identität nicht mehr mit dem Kinder- und Jugendglauben zu vereinbaren. Sie sind sozusagen aus dem Kinderglauben herausgewachsen. Bei den Zerrissenen ergab sich ein anderes Bild. Hier war schon ein fester Glaube im Spiel. Hier gab es jedoch Widersprüche im eigenem Lebensentwurf oder dem Erlebten in der Gemeinde o.ä., so dass eine Entkehrung als ein Ausweg gesehen wurde.

  1. Gottesbeziehung: Enttäuschte und Geplagte

Die Gottesbeziehung ist das zentrale Anliegen des christlichen Lebens. In diesem Leitmotiv gab es wiederum zwei Ausprägungen. Die Enttäuschten erlebten Gott in ihrem täglichen Leben und auch emotional nicht. Wobei die Geplagten verschiedene Schicksalsschläge erlitten, so dass ihr eigener Glaube in Trümmern lag. Sie verloren das Vertrauen in und auf Gott.

Das Ziel des zweiten Buches (Buch Warum wir mündig glauben dürfen – Wege zu einem widerständigen Glauben) ist es  Impulse für einen mündigen Glauben zu setzen. Mündig ist ein glaube dann, wenn er „reflektiert und eigenverantwortlich gelebt wird“. Ein kritischer Umgang mit Erlebten und Bedachtem ist nicht nur geduldet, sondern geboten. „Ein Mensch mit einem mündigen Glauben befindet sich in einer Entwicklung, in der er immer weniger darauf angewiesen ist, sich selbst und anderen etwas vorzumachen“ (S. 14).

Das Buch besteht aus vier Hauptteilen. Im ersten Teil geht es „Auf dem Weg mit Zweifeln und Andersdenkenden“. Der zweite ist „Auf dem Weg der Einheit und Vielfalt“. Der dritte Teil stellt Gemeinde und Familie in den Vordergrund. Zuletzt wird dann ein mündiger Glaube näher erörtert. Wie kann man ihn entwickeln und leben.

Im nächsten Eintrag werden wir uns gemeinsam das erste Kapitel aus Teil 1 anschauen „Zweifelhaft glauben“ von Arne Bachmann. Ich bin schon sehr gespannt auf diese Reise und eventuelle Fragen und Zweifel die aufkommen werden.

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