Gedanken zur Gerechtigkeit

„Gerechtigkeit, Gerechtigkeit – ihr sollst du nachjagen, damit du Leben hast….“ (5. Mose 16,20)

„Strebe unermüdlich nach Gerechtigkeit, Frömmigkeit, Glauben, Liebe, Standhaftigkeit und Sanftmut.“ (1. Timotheus 6,11)

Ach Gerechtigkeit. Streben wir nicht alle danach? Wer Kinder hat, weiß um den täglichen (stündlichen, minütlichen) Ausspruch: „Das ist aber ungerecht!“ Wir alle, oder zumindest die meisten, haben ein Verlangen nach Gerechtigkeit. Erst recht, wenn wir zu Unrecht Unrecht erleiden.

Hierzu braucht man nur kurz an die letzte Autofahrt oder das letzte Streitgespräch mit dem Ehepartner zurückdenken. Wenn ich etwas mache oder sage, ist das immer richtig. Wenn der andere jedoch dasselbe tut, kann das durchaus falsch sein. Ich habe immer einen guten Grund für das, was ich tue. Und, ich habe immer Recht (meine Frau weiß das schon…).

Dieses Verlangen nach Gerechtigkeit haben wir übrigens auch bei Filmen. Die meisten mögen kein Ende, in dem das „Böse“ siegt. Das wäre ja ungerecht. Noch „schlimmer“ sind vielleicht Filme, die mit einem offenen Ende die Geschichte abschließen. Irgendwie ist das nicht befriedigend. Zu einem möchte man wissen wie es ausgeht. Und zum anderen möchte man, dass es gut ausgeht. Ein Verlangen nach Gerechtigkeit.

In den beiden zitierten Versen geht es in der heutigen Losung (29.01.2016) primär hierum; zumindest möchte ich meine Gedanken hierauf beschränken. Der Duden definiert Gerechtigkeit folgendermaßen: „Prinzip eines staatlichen oder gesellschaftlichen Verhaltens, das jedem gleichermaßen sein Recht gewährt.“ In der Bibel kommt das Wort Gerechtigkeit häufig vor und es ist nicht mein Ziel hier alles aufzuzeigen. Vielmehr geht es mir darum zu sehen wie Gerechtigkeit in dem Kontext der beiden Verse verwendet wird.

Wir lesen im Kontext von 5. Mose 16, dass es hier um richterliche Angelegenheiten gibt. Richter sollen gerecht sein und nicht vom Ansehen einer Person beeinflusst werden. Hier ist aber noch ein weiterer Punkt genannt: Richter sollen keine Bestechung annehmen. Das würde ihr Urteilsvermögen (die Rechtsprechung) ebenfalls erschweren bzw. verfälschen.

Auch der Kontext von 1. Timotheus 6 hat mit Geld zu tun. Paulus warnt seinen Schüler über die Versuchung des Reich-werden-wollens. Hier ist man versucht über Leichen zu gehen. Nun gut, vielleicht sind die meisten von uns nicht bereit zu töten. Aber Kompromisse (ethische Leichen) einzugehen, bei denen wir wissen im Unrecht zu sein, sind da schon eher wahrscheinlich. Und hierzu schreibt Paulus, dass die Wurzel allen Übels die Liebe zum Geld ist (Vers 10). Das Geld per se ist nicht das Problem, sondern die Liebe zum Geld (Habgier): „Das muss ich haben, egal was es kosten mag [ethisch oder auch finanziell]!“ Wir aber, die wir Jesus nachfolgen, sind dazu herausgefordert Recht walten zu lassen, Gerechtigkeit zu leben, gerecht zu sein. Egal was es uns kostet. Wahres Leben in der Nachfolge pocht nicht auf das eigene Recht, sondern achtet auf das des Anderen.

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